Drastische Strafen drohten im Mittelalter den Muscheldieben: Bilder von Galgen und abgehackten Händen zierten die Warnschilder an den Muschelbächen im Vogtland. Denn dort lebte der Schatz der europäischen Fürsten: die Flussperlmuschel. In manchen Beständen führte jede 5.000ste, oft aber nur jede 100.000ste eine wertvolle Perle. Bei Millionen von Muscheln trotzdem eine ertragreiche Ausbeute. Heute gibt es entlang der deutsch-tschechischen Grenze gerademal einige tausend Flussperlmuscheln. Der Grund: die heute fast ausgestorbene Art ist angewiesen auf extrem klares Wasser und eine intakte Umwelt. In einem deutsch-tschechischen Projekt wollen Umweltschützer in einem komplizierten Verfahren jetzt wieder neue Muscheln züchten und diese im Grenzgebiet auswildern. „Auf Gute Nachbarschaft vor Ort“ begleitet deutsche und tschechische Experten in ihren Labors und Zuchtanlagen genauso, wie an den Bächen im Gebirge. Doch die werden streng geheim gehalten, schließlich lockt die Gier nach der Perle noch immer manchen Perlendieb in die Region.
„Auf gute Nachbarschaft – vor Ort“ am 16. Juni um 13.45 Uhr im MDR Fernsehen.
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